Der Nächste, bitte! – Lisa Feller

Am 29.08. stellte uns Comedian Lisa Feller ihr neues Programm vor, welches für einige Lachtränen sorgte.

Vielen Dank für die Einladung und den lustigen Abend!

 

Besuch des INDRO e.V.

LERNEN – Für das Meeting am 17.08. haben wir uns mit Herrn Dr. Schneider von INDRO e.V. am Bremer Platz getroffen. Dieser Verein bietet Drogenabhängigen eine Möglichkeit, in sicherem und sauberen Umfeld Drogen zu konsumieren.
Neben dem Drogenkonsumraum bietet INDRO eine psychosoziale Beratung, Flüchtlingsberatung, eine mobile Spritzenentsorgung sowie ambulantes betreutes Wohnen für ehem. Obdachlose an. Der Ansatz ihrer Arbeit ist dabei, den Konsumenten nicht zu verurteilen und mit Zwang zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, sondern als Menschen zu akzeptieren, der seine Entscheidungen trifft und mit den Konsequenzen leben muss. Dabei sollen jedoch stets Hilfsangebote verfügbar sein, die die Menschen ohne Auflagen, Voraussetzungen oder Termine annehmen können.
Herr Dr. Schneider zeigte uns die Einrichtung zunächst und gab uns einige Informationen. Im Konsumraum werden Spritzen und anderes Zubehör für den Drogenkonsum entweder gegen die Abgabe von benutzten Spritzen, um die Infektionsgefahr sowie das Herumliegen der Spritzen im öffentlichen Raum zu verringern, oder gegen Geld ausgegeben.
Es gibt 4 Plätze für den intravenösen Konsum sowie zwei Plätze zum Rauchen von Substanzen. Ein Arzt und eine Krankenschwester sowie mehrere Sanitäter stellen bei Drogennotfällen die erste Hilfe sicher und verständigen ggf. den Krankenwagen. Ferner verfügt die Einrichtung über eine Waschmaschine sowie eine Dusche.
Es werden mehrere Programme angeboten, die auf freiwilliger Mitarbeit basieren.
Im Anschluss an die Besichtigung konnten  wir Herrn Dr. Schneider in einer Fragerunde alle unsere Fragen stellen. Ein insgesamt sehr interessanter Abend zu einem schwierigen Thema, das nicht alltäglich ist.

ShelterBox

LERNEN – Am 20.07.2017 hielt ShelterBox- Beauftragter Henrik Thiele vom RAC Paderborn einen spannenden Vortrag über „ShelterBox“ und brachte uns dessen Tätigkeitsfelder näher.

„ShelterBox – Nach der Katastrophe ein Zuhause“

ShelterBox wurde im Jahr 2002 von einem Rotarier gegründet und leistet als Organisation Katastrophenhilfe weltweit. Sie gilt als die am schnellsten reagierende Hilfsorganisation, die innerhalb von 48 Stunden im Krisengebiet ist. Aktuell ist ShelterBox u.a. in Peru, SriLanka und Syrien im Einsatz.
Charakteristisch für die Katastrophenhilfe von ShelterBox ist das Anliefern der Hilfskisten, der eigentlichen „ShelterBoxen“. In der ShelterBox enthalten ist immer ein Zelt für zehn Mann, Schlaf- und Kochutensilien, eine Wasseraufbereitungsanlage mit einer Kapazität für sechs Monate sowie ein Werkzeug-Kit, welches häufig und je nach Krisenlage auch allein in die Katastrophengebiete verschickt wird. Ebenfalls enthalten ist eine faltbare Lampe mit dem Zweck, den in eine Krise geratenen Familien/ Menschen Obhut und Geborgenheit zu bieten, welches zu den wichtigsten Zielen von ShelterBox gehört. Im Schnitt wiegt die Kiste 55 kg und kann je nach Bräuchen des Landes hinsichtlich ihres Inhalts variieren: So würden die Menschen in Afrika beispielsweise niemals zum Kochen einen Ofen benutzen, da sie stattdessen auf dem offenen Feuer kochen, weshalb der Ofen dann fehlt.
Henrik Thiele erläuterte uns auch das Szenario einer einsetzenden bzw. gerade geschehenen Katastrophe. ShelterBox schickt zunächst die verfügbaren ShelterBox- Response- Mitglieder in das jeweilige Krisengebiet. Die Response-Mitglieder sind vor Ort immer mind. zu zweit unterwegs und erledigen anfangs die wichtigste Aufgabe: Für zwei Tage schreiten sie das jeweilige Krisengebiet ab und notieren die Notlage sowie was genau gebraucht wird und wie es am besten transportiert werden kann. Laut Rücksprache mit der Organisation werden dann über den entsprechenden Transportweg die benötigten ShelterBoxen schnellstmöglich geliefert. Zudem gibt es Absprachen mit anderen Hilfsorganisationen vor Ort, die allabendlich stattfinden und durch die UN geleitet werden.

Neben Response- Mitgliedern, die für ShelterBox in die Krisengebiete fahren und daher immer abrufbereit sein müssen, kann man sich auch noch auf anderen Wegen bei ShelterBox engagieren: die ShelterBox- Botschafter werben durch Vorträge für die Organisation, daneben gibt es Supporter und die Fördermitglieder, die durch ihre Spenden finanzielle Unterstützung leisten.

Edinburgh – acht gute Gründe für eine Reise nach Edinburgh

LERNEN – Am 6. Juli zeigte uns Katharina Gollor die Vorzüge der Stadt Edinburgh auf, indem sie uns in acht guten Gründen eine Reise dorthin empfahl.
Dazu gehört zum Einen eine Reise in die Vergangenheit, zu der „Edinburgh Castle“ und die Gruselgeschichten um die „West- Port-Morde“ gehören. Des Weiteren gehört der Blick über den Tellerrand dazu: in nur drei Autostunden kommt man in die Highlands mit seinen Fischerdörfchen, Schlössern und Burgen. Nicht fehlen darf in Edinburgh Whiskey als „Wasser des Lebens“, der Grund drei für einen Trip dorthin darstellt. Zu den kulinarischen Highlights der Stadt zählt u.a. das Nationalgericht „Haggis“. Im Sommer findet zudem das alljährliche „Edinburgh Festival“ über mehrere Monate statt. Grund Nummer sechs für einen Besuch der Stadt sind die „immer wieder faszinierenden Traditionen“. Dazu zählt das Tragen des Kilts, für den es unterschiedliche Webmuster, die so genannten „Tartane“ gibt. Innerhalb von Familienclans existieren traditionelle Tartane. Auch die Vielfältigkeit der Stadt stellte Katharina heraus: neben der Royal Mile mit urigen Pubs und Edinburgh Castle kann man sich auch am Strand der Stadt erholen. Zu guter Letzt sprach Katharina noch kurz die Vorurteile über Schottland an: Regen, grüne Wiesen, Schafe und Dudelsack.

Den angebrochenen Abend ließen noch einige Mitglieder und Gäste im „Alex“ ausklingen.

Ämterübergabe

FEIERN – Am 23.06 ging das diesjährige rotaractische Clubjahr zu Ende und die Ämter wurden im Garten von Uli Müller, dem Rotaract-Beauftragen des Rotary Clubs St. Mauritz, übergeben.

Der neue Vorstand für das Jahr 2017/18 bildet sich somit aus folgenden Personen:

Präsidentin: Nora Mommsen

Vizepräsident: Robert Hrynyschyn

Sekretärin: Julia Freckmann

Schatzmeister: Alexander Milstrey 

Beauftragte für Soziales: Sophia Witthaut

Beauftragte für PR & Öffentlichkeitsarbeit: Katharina Wienken

Beauftragte für Gäste: Vanessa Flato

Wir freuen uns auf ein interessantes Clubjahr und wünschen dem neuen Vorstand viel Erfolg bei seiner Arbeit.

Vorstellung der Indienprojekte durch Frau Fabry

HELFEN – Am 20.04.2017 waren Frau Annelie Fabry vom InnerWheel Club Coesfeld sowie Herr Dr. Müller, Rotaract- Beauftragte des RC Münster-St.Mauritz, bei uns zu Gast. Frau Fabry engagiert sich seit Jahren für Projekte in Indien, wodurch auch ihr Kontakt zu unserem Patenclub, dem RC Münster- St.Mauritz, und zu Herrn Dr. Müller besteht.

Zu Beginn ihres Vortrags stellte uns Frau Fabry das Engagement von Herrn Dr. Müller in Indien kurz vor, für das er den Paul Harris Fellow mit drei Saphiren erhielt. Durch ihn wurde bereits 1975 das „Eye Hospital“ in Kalkutta ins Leben gerufen, welches zunächst für Operationen und Behandlungen für an Grauem Star Erkrankten gedacht war und heute wesentlich erweitert ist.

Frau Fabry kam 1995 zusammen mit dem RC Gronau-Euregio das erste Mal nach Kalkutta, wo sie den RC Budge Budge kennen lernte. Weiterhin schilderte sie ihre Eindrücke während ihres Aufenthalts in Kalkutta; nach diesem war ihr sofort klar, dass sich ihr soziales Engagement auf Projekte in Indien mit dem Fokus auf die Region Kalkutta erstrecken würde.

Kalkutta ist die Hauptstadt Bengalens und der drittgrößte indische Ballungsraum. Die Stadt hat zwei Gesichter: Neben einer Universität, Theatern und Malls ist sie als Armenhaus Indiens von unterernährten Menschen und katastrophalen Zuständen geprägt.

Ihr erstes Projekt rief Frau Fabry im Zusammenhang mit ihrer Distriktpräsidentschaft des 87. Distrikts ins Leben.
Das „Priti“ ist eine Schule zur Berufsausbildung. Gegen ein geringes Schulgeld werden hier Jungen und Mädchen gleichermaßen in Berufen ausgebildet und erhalten nach ein paar Jahren einen anerkannten Schulabschluss. Weiterhin werden durch das „Priti“ Mini- Kredite, z.B. für Nähmaschinen, vergeben.

Dieses Projekt bietet der armen indischen Bevölkerung auf diese Weise Hilfe zur Selbsthilfe. Dieser Grundsatz ist Frau Fabry sehr wichtig und spiegelt sich auch in einem weiteren Projekt, „Nishta“, wider.
Nishta stellt ein großes unerschlossenes Gebiet von ca. 200 Dörfern dar (Vergleichsgröße etwa Kreis Coesfeld). Das gleichnamige Projekt bietet den Bewohnern bessere Lebensbedingungen. So wird ihnen u.a. gezeigt, wie sie Getreide richtig anbauen, um sich selbst gut ernähren zu können.

In diesem Projekt integriert ist auch das Ziel, die Frauen in Indien zu stärken. Nishta setzt sich für das Verbot der Zwangsheirat und das Verhindern von Vergewaltigung und Diskriminierung von Frauen ein. Frau Fabry erläuterte weiterhin, dass Mädchen in Indien wegen der hohen Aussteuer bei Zwangsheirat weit weniger erwünscht sind allein schon als Jungen. Mädchen werden dort weit weniger oft eingeschult als Jungen und sind häufig mangelernährt, da die gesamte familiäre Fürsorge in Jungen investiert wird. Um Mädchen und junge Frauen dauerhaft zu unterstützen, erhalten sie durch Nishta kostenlos die Antibaby- Pille. Es wird ihnen deutlich gemacht, wieviel besser ein Leben mit „nur“ zwei Kindern, auch aus gesundheitlicher Sicht, und eigens verdientem Geld sein kann. Zielsetzung ist und bleibt es, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen anzustreben.

Nach Annelie Fabry ist zudem eine Zahnklinik, die „Annelie ́s Dentals Clinic“, benannt. Dort werden zahnmedizinische Prophylaxe- Untersuchungen durchgeführt.

Ihr aktuelles Projekt, „Garia sathi“, kümmert sich um körperlich und geistig behinderte Kinder, die im Hinduismus wertlos sind und von der Bevölkerung gemieden werden, weil man den Fluch der Götter mit ihnen verbindet.
Das Projekt ermöglicht den Kindern ein Zuhause sowie eine passende Therapie. Nach vielen Schwierigkeiten konnte im Februar 2017 ein Haus für diese Einrichtung erworben werden, sodass das Projekt nun sicher scheint.

Frau Fabry war im Februar diesen Jahres das 20. Mal in Indien vor Ort, um ihre Projekte zu unterstützen. Sie freute sich deshalb sehr über unsere Spende über 100€ und bedankte sich sehr herzlich.

Herr Dr. Müller kommentierte die Berichte von Frau Fabry durch eigene Erfahrungen und Episoden. Es war ein sehr interessantes Meeting, das den Horizont für das Engagement für die Ärmsten der Armen erweiterte.

Besuch von Moderatorin und Standup-Comedian Lisa Feller

LERNEN, FEIERN – Am 06.04.2017 besuchte uns die Moderatorin und Standup- Comedian Lisa Feller.

Lisa Feller ist in Düsseldorf geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau und ein Lehramtsstudium, bevor es sie „auf die Bühne zog“. Schon zu Universitätszeiten war sie Moderatorin des Uniradios „Unfunk“, besuchte mehrere Schauspielschulen und war dann zunächst freie Mitarbeiterin des WDR Münster. Sie sammelte weiterhin Erfahrung als Moderatorin des Inselradios auf Mallorca und verbrachte ein Jahr als Schauspielerin in einer Comedy-Show auf der AIDA. Zudem ist sie seit 15 Jahren Mitglied des Placebo- Theaters in Münster, die regelmäßig Auftritte haben. Den Grundstein für ihre Karriere als Standup-Comdian legte jedoch ein Praktikum beim Einslive- Comedyteam in den 90er Jahren in der „Gerd- Show“, bei dem sie Elmar Brand („Steuersong“) kennen lernte.

Heute ist Lisa Feller Moderatorin des „NDR- Comdycontests“ sowie der Quizshow „Zwei für Einen – das Quiz für den Westen“. Zudem ist sie in anderen Quizshows als Kandidatin aufgetreten und stellt Mitte April ihr neues Bühnenprogramm vor.
Auf Nachfrage erläuterte Lisa Feller, wie man auf Grundlage des eigenen Humors Bühnenstücke schreibt und diesen dabei ausweitet. Als sehr schwer empfand sie am Anfang, die Natürlichkeit auf der Bühne wiederherzustellen, um seine Gags möglichst authentisch wirken zu lassen, damit man nicht merken kann, dass alles auswendig gelernt ist. Humor sei heute zudem vielseitiger geworden, man könne dem Publikum heute mehr zutrauen, es sei an einen veränderten Humor durch die vielen Mixshows gewöhnt.

Sie erläuterte zudem kurz ihren Ablauf der Woche, das Zusammenbringen ihres Berufs und das Kümmern um ihre zwei kleinen Söhne.
Lisa Feller untermalte jeden der einzelnen Punkte ihres Lebenslaufs mit netten und lustigen Geschichten und Erläuterungen, sodass es für uns ein sehr amüsantes und äußerst kurzweiliges Meeting wurde.

Gastvorträge

LERNEN – Das Meeting am 02.03.2017 nutzten wir für Gastvorträge über folgende Themen:

American Football – Gastvortrag von Nabil

Nabil, der selbst begeisterter Football-Spieler war und ist, weihte uns in die Grundzüge des American Football ein und hatte zur besseren Veranschaulichung nicht nur Filme in seinen Vortrag eingebaut, sondern auch die wichtigsten Ausrüstungsbestandteile eines Spielers mit dabei. Neben dem Ball, dessen Oberfläche aus Leder besteht, ist der Helm die wohl wichtigste Ausrüstung eines jeden Spielers. Die Mannschaft besteht aus zweimal elf Mann, der Offense und der Defense. Das größte Ziel einer jeden Mannschaft ist der Touchdown, welcher 6 Punkte erbringt. Dabei gibt es im Profisport rund 300 bis 400 Spielzüge, welche alle Spieler auswendig beherrschen müssen. Nabil wies jedoch auch auf die Schattenseite des Sports hin. Sehr häufig trete eine Reduzierung der Hirnmasse bei Spielern auf, genannt CTE. Diese Erkrankung entsteht durch Gehirnerschütterungen der Spieler. Mit „Concussion“ gab und Nabil einen Filmtipp, in welchem eben diese Erkrankung thematisiert wird.

Reise zu den Maya-Pyramiden – Gastvortrag von Katharina

Im Jahr 2012/13 nahm Katharina an einem Rotary-Schüleraustausch teil und lebte einige Zeit bei drei verschiedenen Gastfamilien in Mexiko. In dieser Zeit begeisterte sie vor allem die Maya-Kultur. Die Maya waren eine der am längsten lebenden Hochkulturen und verbauten in ihren imposanten Bauwerken viele astronomische und kalendarische Besonderheiten. Katharina stellte uns vier verschiedene Pyramidenbauten und Maya- Stätten vor: Tulúm, auf einer Klippe an der Karibik-Küste; Chichén Itzá, die seit 2007 zu den sieben neuen Weltwundern gehört; Uxmal, welche wegen Hurricanes rund gebaut wurde und schließlich Palenque im Dschungel, von welcher Stätte derzeit erst 5% freigelegt ist.

Vom Arbeitstier zum Sporttier – Gastvortrag von Dagmar

Dagmar reitet selbst sehr gerne Dressur und konnte uns einiges über das Pferd früher und heute erzählen. Früher wurden Pferde vor allem zur Feldarbeit und als Grubentiere genutzt. Auch damals schon waren Pferde Zeichen für Wohlstand. Schließlich fanden sie ihren Einsatz in der Waldarbeit, als Kutsch- und Zugpferde und unter anderem als Militärpferde. In den beiden Weltkriegen wurden 2,8 Millionen Pferde eingesetzt. 60-80% haben die Kriege nicht überlebt. 1709 gab es erste Pferderennen unter Adligen in England. Während der Industrialisierung des 19.Jahrhunderts wurde das Pferd als Arbeitstier immer mehr durch Maschinen ersetzt und wird wichtiger denn je als Freizeit- und Sportpartner. 1,2 Millionen Menschen in Deutschland reiten heute auf 1,1, Millionen Pferden. Dabei gibt es neben dem Springreiten, Dressur und Galopprennsport. Dagmar betonte dabei immer wieder, dass das Pferd viel zu oft als Sportgerät, nicht aber als Sportpartner gesehen werde. Der Profit stünde oft sehr im Vorder-, das Wohl des Pferdes im Hintergrund.

Nach dem offiziellen Teil des Meetings ließen wir den Abend in großer Runde in der Pension Schmidt ausklingen.

Vortrag “War on Cash-Wendepunkt des Bargeldes”

LERNEN – Diese Meeting referierte Herr Krumme über das Thema „War on Cash – Wendepunkte des Bargelds“.

Herr Krumme leitete seinen Vortrag ein mit der Schätzfrage, wie viel Bargeld der Durchschnittsdeutsche im Portemonnaie bei sich habe: genau 103€ durchschnittlich.

In der Europäischen Union sind insgesamt eine Billion € Bargeld im Umlauf, davon 26,5 Mrd. € als Münzen. Etwa 550 Mrd. € werden von der deutschen Bundesbank ausgegeben, ca. 70% fließen ins Ausland (Reisen, ausländische Arbeitnehmer).
Seit Sommer letzten Jahres ist die Diskussion um den Erhalt des Bargeldes entbrannt. Im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels in Davos postulierte John Cryan, Chef der deutschen Bundesbank, Bargeld sei teuer, ineffizient und helfe nur Kriminellen und Geldwäschern. Seiner Einschätzung nach sei es in ca. 10 Jahren verschwunden.

Zu Bedenken gilt, dass Bargeld als handelbarer Wert eine besondere Form des Vertrauens darstellt, wie schon der Philosoph Georg Simmel 1900 betonte: Geld, und besonders gemeint ist Bargeld, sei die Äußerung des Vertrauens in die gesellschaftlich- staatliche Ordnung. Daneben ist Bargeld eine gesetzliche Währung,

Weitergehend klärte Herr Krumme mit uns die Frage, welche Zahlungsmittel die Deutschen bevorzugen. Über 80% der Bevölkerung zahlt kleinere Einkäufe bis 50€ grundsätzlich bar. Zahlungen mit EC- Karte und Online- Zahlsystemen wie Paypal nehmen aber gerade in der jüngeren Generation zu. Die Verfechter beider Seiten, Bar- und Unbarzahler, nennen jedoch jeweils die gleichen Argumente für ihr Handeln: die jeweilige Methode sei einfacher, sicherer, schneller sowie besser geeignet zur Kontrolle des eigenen Geldes.

Was leistet nun der Staat hinsichtlich der vermeintlichen Abschaffung des Bargelds? Über die EZB (Staat = Münzregent) werden die Banknoten herausgegeben. Ab Ende 2018 wird der 500€-Schein durch die EZB nicht mehr produziert, sodass dieser sukzessive aus dem Barzahlungsverkehr verschwindet. Damit will der Staat kriminelle Verwendung des Bargelds verhindern. Des Weiteren soll es eine Obergrenze für Barzahlungen nach Beschluss der Bundesregierung geben. Demnach dürfen Beträge ab 5000€ dann nicht mehr bar gezahlt werden. Deutschland zieht dabei hinter einigen EU- Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien nach, in denen die Barzahlungsobergrenze längst eingeführt ist; Schweden lehnt Barzahlungen fast gänzlich ab.
Auch die Negativ-Verzinsung steigt mit dem Rückzug des Bargelds als Zahlungsmittel. Die Auswirkungen dessen beziehen sich vor allem auf die Rente und den Vermögensaufbau, der durch fehlenden Zinseszinseffekt dann schwieriger ist. Die Abschaffung des Bargelds sei auch deshalb ein Vertrauensverlust, da ohne Bargeld der Weg für unendliche Negativzinsen frei wäre. Ein weiterer Nachteil ist auch die ständige Abhängigkeit von Strom und Computer bei Nutzung von Online- Zahlungsmitteln sowie der Datenschutz. Auch juristisch gesehen ist also die Abschaffung des Bargelds strittig.

Herr Krumme betont zum Ende seines interessanten Vortrags noch einmal, dass der Rückgang des Bargelds zwei Seiten habe: Zum Einen trage dieser Schritt sicherlich zur Terrorismus- Bekämpfung bei, zum Anderen ist Bargeld als Faustpfand die einzige Zahlungsart, bei dem der Verbraucher selbstbestimmt ist. Mit den Worten Dostojewskis, „Das (Bar-)Geld ist geprägte Freiheit“, und dem Ratschlag, sich für die Freiheit der Wahl der Zahlungsart einzusetzen, beendet Herr Krumme seinen Vortrag.

Brasilianisch-rotaractischer Abend

LERNEN – Frederico Junkert aus Curitiba in Brasilien hielt uns einen interessanten Vortrag über das Amtsenthebungsverfahren der ehemaligen brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff.

Sie wurde im August 2016 nach einer Amtszeit von 5 Jahren aus ihrem Amt enthoben. Ihr und ihrer Regierung wurden schwerwiegende Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. So habe die Bevölkerung nichts von einer hohen Verschuldung des Staates gegenüber der vom Präsidenten kontrollierten Bank gewusst. Außerdem habe die Regierung um Rousseff maßgeblich zur wirtschaftlichen Krise in Brasilien beigetragen. Das Korruptionsnetzwerk rund um den brasilianischen Ölriesen Petrobas, das durch die „Car Wash Operation“ untersucht wurde, soll auch zu Lasten der abgesetzten Regierung fallen.

Frederico erläuterte uns, wie das Absetzungsverfahren vonstatten ging und wie die Proteste gegen Rousseff immer stärker wurden.
Abschließend stellte Frederico uns noch zusammen mit Giovanna ihre Heimatstadt Curitiba vor; die zu den nachhaltigsten Städten der Welt gehört.

Beim zweiten Vortrag blieben wir thematisch in Brasilien. Jessica stellte uns die rotarische Familie in Brasilien vor. Sie selbst war vor ein paar Jahren mit dem Rotary Jugendaustausch in Polen, ihrem Geburtsland. Weiterhin war Jessica lange bei Interact in ihrer Heimatstadt Ilhéus aktiv. Interact hat sehr ähnliche Ziele zu Rotaract, richtet sich aber an 12- bis 18-jährige. Beispielhafte Sozialaktionen von Jessicas Interact Club waren eine Strandreinigung, eine Fahrradtour, Besuche im Altenheim und eine „Free Love Hugs“ Aktion in der Stadt.

Nachdem alle Fragen an die beiden referierenden Brasilianer geklärt werden konnten, klang für einige Beteiligte der Abend noch im Café & Bar Celona aus.